Dienstag, 29. Dezember 2009

Zeichen der Zeit



Dieses Bild entstand in einem verlassenen Kloster in Griechenland.
Viele Orte der inneren Einkehr stehen in diesem Land verlassen und
die Zeichen stehen nicht gut, dass diese Räume in absehbarer Zeit
wieder gefüllt werden. Es gibt sie, die Inseln der Stille und des
Friedens, auch an diesem Ort noch, aber die Mauern sind alt und
der Regen tropft von vielen Stellen der schützenden Decke - .

Zeichen der Zeit ?

Ja, und mit Sorge schaue ich in die Zukunft. Warum mit Sorge?
Weil es mehr hungernde und sterbende Seelen gibt, als Orte,
an denen sie genesen. Weil das Feuer erlischt, das dem Inneren
des Menschen Ruhe und Wärme spendet. Die letzten Oasen die wir
noch kennen, wie lange werden sie noch stehen ?

Noch können wir dem Großstadtlärm entfliehen, noch haben wir
schützende Grenzen, die uns vom Wahnsinn blutender Völker
trennt - wie lange noch ?

Den Ort seiner inneren Einkehr zu schützen, erscheint
mir wichtiger denn je und wer sollte sich darum kümmern,
wenn nicht ich ? Die "Welt" kann es nicht:


Kommentare:

Kerstin Zahariev hat gesagt…

Müssen wir wirklich anderswo Häuser suchen, um in die Stille zu kommen? Sollten wir sie nicht bei uns selbst suchen und finden?

Ich glaube, wenn es Orte aus Stein sein sollen, die uns Stille und Einkehr vermitteln, dann gäbe es sie in Hülle und Fülle. Doch dem ist nicht mehr so. Es gibt sie noch und sie können besucht werden. Doch wahrhaft zur Ruhe kann man nur in sich selbst kommen und damit überall, egal wo man sich befindet.

Dennoch haben Klöster etwas an sich, was einen zu tiefer Demut kommen lässt - sie sind erfüllt von den Gebeten, Andachten, Choralen vergangener Zeiten.

Kerstin Zahariev hat gesagt…

Lieber Christoph Prange, habe ich etwas anderes behauptet? Deine Worte gefallen mir, lassen sie doch den Respekt und die tiefe Verehrung für gelebten Glauben erahnen. Danke dafür.

Christoph Prange hat gesagt…

Für mich sind beide Aspekte wichtig: den, den du angesprochen hast, aber auch der, dass "äußere" Orte der Innerlichkeit und des Schutzes für mich schon immer ein Zeichen gelebter Religion und Heimat waren. Wenn Äußeres, Beschauliches in der Welt auch Ausdruck eines Inneren ist, so stellt sich die berechtigte Frage, inwieweit eine Idee wirklich gelebt wird, wenn ihre physische Seite verfällt. Auch der Geist des Menschen bedarf eines Körpers (für welchen Teil seines Daseins auch immer) und ich denke das auch ein Ort aus Stein mit lebendiger Innerlichkeit gefüllt werden kann und das müssen keine Ruinen sein. Damit will ich nicht widersprechen, das ein wesentlicher Impuls zur Stille und Einkehr in sich selbst gefunden werden muss. Ich widerspreche aber der Behauptung, das Klöster allein von Gebeten, Andachten und Chorälen vergangener Zeiten gefüllt sind. Es gibt durchaus Ruinen, die eine Erneuerung erfahren haben, nicht nur Klöster.Vielleicht sind sie das Salz in der Suppe und es bedarf ihrerer an Stück nicht mehr.